Indikationslexikon
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Postaggressionsstoffwechsel
Synonym oder ebenfalls zugeordneter Begriff:
Postaggressionssyndrom

Äußere Gewalteinwirkung (Trauma, Polytrauma) oder operative Eingriffe können zu einer Schädigung von Körpergewebe führen, die Veränderungen innerhalb des Stoffwechsel mit sich ziehen kann: katabole Stoffwechsellage, Glucoseverwertungsstörungen, Störungen des Zellstoffwechsels Durchblutungsstörungen, Funktionsstörungen innerer Organe u.a.

Ernährungstherapie

Die Maßnahmen begründen sich aufgrund folgender charakteristischer Merkmale des Postaggressionssyndroms:

Behandlungsziel ist die Deckung des erhöhten Energie- und Nährstoffbedarfs sowie die Korrektur von Flüssigkeits- und Elektrolytdefiziten. Zunächst wird meist parenteral ernährt, wobei zum frühestmöglichen Zeitpunkt auf enterale und orale Ernährung übergegangen werden sollte.

Je nach Grundleiden liegt die Energiezufuhr zwischen 25 und 60 kcal/kg KG/Tag. Als Richtgröße für die Zufuhr von Protein gilt 1 g Eiweiß/kg KG/Tag. Bei Hypoproteinämie oder abnormen Verlusten wird auf 2 g Aminosäuren/kg KG/Tag erhöht. Der Minimalbedarf an Flüssigkeit liegt bei 20 ml/kg KG/Tag. Zusätzliche Verluste, z.B. durch erhöhte Körpertemperatur oder Ausscheidung von Körperflüssigkeiten, müssen entsprechend ausgeglichen werden (> 40 ml/kg). Für den Ausgleich an Elektrolytdefiziten wird für Kalium 40-50 mmol/1000 kcal, für Phosphat 0,5 mmol/kg/Tag berechnet. Natrium wird individuell nach Bilanz und Plasmaspiegel gegeben.

Beachtet werden muss, dass sich als Folge der Stresssituation eine herabgesetzte Glucosetoleranz aufgrund einer Hemmung der Insulinsekretion durch die Freigabe von Katecholaminen und Glucocorticoiden entwickelt. Unter parenteraler Zufuhr von Glucose kommt es daher zu Hyperglykämien und Glucoseverlusten über den Harn. Ein Teil der Kohlenhydrate muss daher in Form von Fructose, Xylit und Sorbit zugeführt werden bzw. Glucose unter Gabe von Insulin.

Es zeigte sich, dass verschiedene Nahrungskomponenten eine positive immunmodulierenden Effekt aufweisen. Dazu zählen: Eine frühe enterale Ernährung mit diesen Komponenten führt zu einer Verbesserung immunologischer und klinischer Parameter.

Folgene Produkte kommen bei dieser Indikation in Frage:

Nutricomp® D
Reconvan
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