Indikationslexikon
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Vitaminmangel

Schwere Vitamin- und Mineralstoffmangelzustände mit typischer klinischer Symptomatik sind in Mitteleuropa bei sonst gesunden Personen selten. Auch eine klinisch auffällige Eisenmangelanämie ist nicht mehr häufig; eine ausgeprägte Rachitis beobachtet man fast nur noch bei Gastarbeiterkindern und bei weltanschaulich bestimmten Kostformen. Problematisch bleibt die Versorgung mit Jod.

Dass ein subklinischer Vitamin- und Mineralstoffmangel dennoch nicht selten ist, lässt sich mit spezifischen Laboratoriumsmethoden nachweisen. Derartige Bedarfsdeckungslücken sind, wie neuere Untersuchungen bestätigen, allenfalls in den Frühstadien ohne Funktionsstörungen kompensierbar. Mit Hilfe psychometrischer Tests lässt sich eine Verminderung der Konzentrationsfähigkeit, erhöhte Reizbarkeit, vermehrte Neigung zu Depressionen oder verstärkte Erschöpfbarkeit nachweisen. Aus Tierversuchen lässt sich schließen, dass auch die Infektionsresistenz und die Fertilität vermindert sein könnten.

Ein subklinischer Thiaminmangel und eine unzureichende Bedarfsdeckung mit Folsäure ist in allen untersuchten Bevölkerungsgruppen nachzuweisen, wenn einseitige Ernährungsformen gewählt oder häufige Erkrankungen beobachtet werden. Bei jungen Leuten um das 20. Lebensjahr findet man (auch bei Männern) häufig einen latenten Eisenmangel und eine unbefriedigende Versorgung mit verschiedenen B-Vitaminen. Senioren sind häufiger als der Durchschnitt der Bevölkerung unzureichend mit Vitamin A, Folsäure und Vitamin C versorgt. Bei Frauen findet man - wahrscheinlich als Folge der Einnahme oraler Kontrazeptiva - immer wieder eine unzureichende Bedarfsdeckung mit Vitamin B6.

Einen erhöhten Bedarf und infolgedessen häufiger Mangelzeichen findet man bei chronischem Gebrauch von verschiedenen Medikamenten (Antikonvulsiva, Tuberkulostatika, Analgetica) und bei hohem Genussmittelkonsum, insbesondere von Alkohol, der einen Thiamin-, Vitamin-B6- und Folsäure-Mangel begünstigt, und von Zigaretten, die zu erniedrigten Versorgungsmessgrößen für Vitamin C, D und Beta-Carotin führen.

Große Aufmerksamkeit erregten in den letzten Jahren experimentelle und epidemiologische Befunde, nach denen verschiedene chronische Erkrankungen - v.a. Atherosklerose und einige Malignome, vielleicht auch grauer Star und degenerative Gelenkerkrankungen - ausgelöst oder gefördert werden durch aggressive Oxidantien (z.B. Sauerstoffradikale) aus der Umwelt, durch Tabakrauch oder gesteigerter Stoffwechselprozesse (z.B. hoch fieberhafte Infektionen). Durch Antioxidantien (z.B. Vitamin C, Vitamin E, Carotinoide) aus pflanzlichen Lebensmitteln scheint es möglich, diese Risiken zu mindern. Ob antioxidativ wirksame Vitamine und Carotinoide auch isoliert dieselbe Wirkung i.S. einer Risikominderung ausüben und welche Dosierungen dafür anzuwenden sind, bedarf noch der Klärung.

Besondere Beachtung verdient die Bedarfsdeckung mit Vitaminen und Eisen in den Spätstadien der Schwangerschaft und in der Stillperiode sowie in der Rekonvaleszenz nach schweren Infektionskrankheiten und operativen Eingriffen.

Ernährungstherapie

Ein Vitamin- und Mineralstoffmangel kann über eine ausgewogene vollwertige Ernährung mit einem hohen Anteil an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie in Hinblick auf die Jodversorgung durch Verwendung von Jodsalz vermieden werden. Ist eine ausreichende Zufuhr über die Ernährung nicht möglich oder besteht ein erhöhter Bedarf, kann eine Supplementation mit Hilfe von Vitamin- bzw. Mineralstoffpräparaten erfolgen. Zur Behandlung definierter Mangelkrankheiten oder angeborener Enzymdefekte werden Einzelvitamine oder -mineralstoffe hochdosiert angewendet.

Folgene Produkte kommen bei dieser Indikation in Frage:

MILKRAFT® Aufbaunahrung NEUTRAL
MILKRAFT® Trinkmahlzeit (Frucht)
MILKRAFT® Trinkmahlzeit (Vanille,Schoko)
Nutricomp® Drink Plus
Optinuvit BASIC Aufbaunahrung
Osmeral BS
Osmeral DS
Osmeral HC Coffee Cream
Osmeral HN neutral
Osmeral SN neutral/Himbeer/ Banane
Vitaquell Weizenkeimöl
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