Malabsorption
Krankheiten, die mit einem Mangel oder Verlust von
Gallensäuren oder von Verdauungsenzymen des Pankreas und/oder der
Dünndarmfunktion einhergehen, führen zur Störung der Verdauungsfunktion
(Maldigestion). Sind Transportvorgänge in der Dünndarmschleimhaut
gestört, dann kommt es zur Beeinflussung der Aufnahme von Nahrungsendprodukten
durch die Darmwand (Malabsorption).
Schwere Formen der Maldigestion oder/und Malabsorption
(zusammen Malassimilation) sind sehr selten, leichtere Störungen kommen
häufiger vor. Typisch für die Malassimilation sind osmotisch
bedingte Durchfälle und Steatorrhoe.
Störungen der Digestion oder Absorption kommen
bei zahlreichen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Galle, der Leber
und des Pankreas vor; einzelne Beispiele sind:
- chronische Pankreatitis
- Verschlussikterus
- Morbus Crohn
- Zöliakie/Sprue
- Morbus Whipple
- Darmresektion (Kurzdarmsyndrom)
- nach Strahlenenteritis
- nach Gastrektomie
- intestinale Fisteln
Ernährungstherapie
Die Ernährungstherapie richtet sich nach der
jeweiligen Grunderkrankung, die zur Malabsorption und Maldigestion führt,
und muss der jeweiligen Darmfunktion anpasst sein. Generell wird
eine leichtverdauliche, fettreduzierte, energie- und nährstoffangepasste
Kost unter Einsatz von MCT-Fetten empfohlen.
MCT werden im Vergleich zu LCT im Darmlumen schneller
hydrolysiert und resorbiert, und zwar unabhängig von der Anwesenheit
von Pankreaslipase und Gallensäuren. Die Passage durch die Schleimhaut
des Darmes erfolgt ohne Reveresterung und ohne Chylomikronenbildung. Statt
über das Lymphsystem werden sie über die Pfortader transportiert.
Der Ersatz von LCT-Fetten durch MCT-Fette muss
schrittweise (10-20 g/Tag) erfolgen, da ansonsten mit abdominellen Schmerzen,
Durchfall, Erbrechen und Kopfschmerzen zu rechnen ist. Tagesmengen von
100-150 g MCT werden toleriert. Empfohlen wird eine Aufnahme von 50-70
g MCT-Margarine und 20-30 g MCT-Öl. Bei längerfristigem Einsatz
ist auf eine ausreichende Versorgung mit essentiellen Fettsäuren zu
achten, da MCT-Margarine lediglich einen Linolsäureanteil von 3 %
hat, MCT-Öl linolsäurefrei ist. Die Zufuhr essentieller Fettsäuren
kann z.B. durch zusätzliche Gabe eines linolsäurereichen Pflanzenöl
(10-15 g) sichergestellt werden.
Bei schweren Verläufen der Maldigestion und
Malabsorption kann eine totale hyperkalorische, parenterale oder enterale
Ernährung erforderlich sein. Flüssigkeits- und Elektrolytverluste
beim Auftreten von Diarrhoen müssen über entsprechende Maßnahmen
ausgeglichen werden.
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