Indikationslexikon
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Adipositas (Übergewicht)
Synonym oder ebenfalls zugeordneter Begriff:
Übergewicht

Adipositas beschreibt den Zustand der Fettanhäufung im Körper, die durch eine das Normalgewicht überschreitende Gewichtszunahme gemessen werden kann. Die Bewertung des Körpergewichts durch Verwendung der Broca-Norm erlaubt einen allgemeinen Hinweis zu den Befunden Untergewicht, Sollgewicht (Normgewicht) und Übergewicht. Mit der Bestimmung des Body-Mass-Index (BMI) wird die Vermehrung der Körperfettmasse besser beschrieben. Die prognostisch ungünstige zentrale Adipositas lässt sich mit dem Taille-Hüft-Quotienten definieren.

Einteilung des Übergewichts anhand üblicher Körpergewichtsmaße:

Kategorie Adipositas-Grad BMI (kg/m2) Broca-Übergewicht (%)
Normalgewicht 0 20-24,9 -
Übergewicht mäßig I 25-29,9 0-20 (-40)
deutlich II 30-40 20-70 (-80)
extrem III > 40 > 70 (> 80)


Wünschenswerter BMI in Abhängigkeit vom Alter:

Altersgruppe BMI (kg/m2)
19-24 Jahre 19-24
25-34 Jahre 20-25
35-44 Jahre 21-26
45-54 Jahre 22-27
55-65 Jahre 23-28
> 65 Jahre 24-29


20 % der erwachsenen Bundesbürger überschreiten einen BMI von 30 und weisen damit ein gesundheitsgefährdendes Übergewicht auf.

Die Adipositas wird heute als eine chronische Gesundheitsstörung auf polygenetischem Hintergrund angesehen. Familien-, Zwillings- und Adoptionsstudien legen nahe, dass die Adipositas zu 30-50 % genetisch veranlagt sind. Hauptursache ist jedoch überkalorische Ernährung und Bewegungsmangel. Besonders der hohe Fettverzehr trägt zur Zunahme der Adipositas bei. Es wird angenommen, dass die Fettaufnahme im Gegensatz zur Kohlenhydrataufnahme weniger gut reguliert ist. Bezogen auf den Kaloriengehalt ist die sättigende Wirkung von Kohlenhydraten doppelt so gut wie die von Fett.

Durch die Adipositas können zahlreiche Krankheiten begünstigt und in ihrem Verlauf negativ beeinflusst werden, z.B. Herz- und Gefäßkrankheiten, Stoffwechselkrankheiten, Diabetes mellitus, Verschleißerscheinungen an den Gelenken.

Ernährungstherapie

Neben körperlicher Bewegung kann die Adipositas langfristig nur mit einer Änderung der Ernährungsweise mit Verringerung der Energiezufuhr behandelt werden, wobei der Bedarf an essentiellen Nährstoffen erfüllt werden muß. Eine medikamentöse Behandlung mit z.B. Orlistat (Xenical), welches die Darmlipase hemmt, oder dem Appetitzügler Sibutramin (Reductil), ein Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, kann nur zeitlich begrenzt unterstützend wirken. Ein dauerhafter Gewichtsverlust ist durch diese Medikamente alleine nicht zu erreichen.

Langfristig erfolgreich ist eine mäßig kalorienreduzierte Mischkost. Die tägliche Kalorienzufuhr liegt je nach Alter, Größe, Ausgansgewicht und Geschlecht zwischen 1000-2000 kcal. Dabei kommt es zu einem Gewichtsverlust von ca. 1 kg/Woche, wobei eine ausreichende Nährstoffversorgung in der Regel gewährleistet ist. Drastisch kalorienreduzierte Diäten (300-800 kcal) sind nur unter ärztlicher Aufsicht durchzuführen und erfordern eine zusätzliche Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen.

Nährstoffzusammensetzung:

Ernährungsrichtlinien: Zur Erleichterung einer energiereduzierten Ernährung können verwendet werden:

Folgene Produkte kommen bei dieser Indikation in Frage:

Alpro soya Cuisine
VISION® GEMÜSEBOUILLON
Vitaquell Vitarine Bio Light Halbfett-Pflanzen-Margarine
Vitaquell Vitazell Diät-Pflanzen-Margarine
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