Indikationslexikon
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nephrotisches Syndrom

Hierbei handelt es sich um einen Symptomenkomplex bei primären und sekundären Nierenerkrankungen aus

  1. exzessiver Proteinurie (>3,5 g/24 Stunden);

  2. Hypo- und Dysproteinämie mit Abnahme der Plasmaalbumine (<2,5 g/dl) und Anstieg der Alpha-2- und Betaglobuline;

  3. Hyperlipidämie und Hypercholesterinämie mit Lipidurie;

  4. ausgeprägten Oedemen (Leitsymptom); bei Erwachsenen treten zuerst Unterschenkeloedeme auf, bei schwerer Hypoproteinämie auch Ascites und Pleuraergüsse; bei Kindern anfangs meist Lidoedeme;

  5. Hyperkoagulabilität mit Neigung zu Thrombosen durch Verlust von antikoagulatorischen Substanzen (AT III, Protein C) über die Nieren.
Bei Auftreten von Oedemen und Ascites ist eine natriumarme Kost mit Flüssigkeitsbegrenzung angezeigt. Die Proteinurie wird mit einer proteinreichen Diät (1,3-1,5 g/kg KG/Tag) behandelt. In Diskussion steht jedoch auch eine Proteinrestriktion auf 0,8 g/kg KG/Tag. Aufgrund der häufig bestehenden Hyperlipidämie wird eine ballaststoffreiche, fettarme oder fettmodifizierte Diät mit hohem Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren empfohlen.

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