Indikationslexikon
0-9ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ
chronische Glomerulonephritis

Wie bei der akuten Glomerulonephritis liegt eine Entzündung der Filterzellen der Niere vor, die sich schleichend entwickelt. Die chronische Form geht entweder aus der akuten Glomerulonephritis hervor oder entsteht direkt durch Immunreaktionen. Dabei wird ein erblich bedingter Immundefekt angenommen.

Ernährungstherapie

Die diätetischen Maßnahmen richten sich nach den Verlaufsformen der chronischen Glomerulonephritis. Bei der hypertonischen Glomerulonephritis steht neben der zunehmenden Niereninsuffizienz die Hypertonie im Vordergrund. Die albuminurische Verlaufsform hat als Kennzeichen die Albuminurie und daraus folgernd eine Hypalbuminämie und Oedeme.

Bei der hypertonischen Verlaufsform kann die Hypertonie durch eine natriumarme Kost (< 3 g Kochsalz/Tag) beeinflusst werden. Eine Proteinrestriktion verzögert das Fortschreiten der Erkrankung. In der Phase der vollen Kompensation wird eine Eiweißzufuhr von täglich 0,6-0,8 g/kg KG empfohlen, im Stadium der kompensierten Retention je nach Anstieg des Serumharnstoffwertes 0,35-0,7 g/kg KG/Tag. Dabei ist auf eine hohe biologische Wertigkeit des Eiweißes durch Kombination verschiedener Nahrungseiweiße zu achten. Alternativ kann die Proteinrestriktion mit Hilfe der Supplementierung essentieller Aminosäuren bzw. ihrer Keto-/Hydroxysäureanaloga erfolgen.

Bei der albuminurischen Verlaufsform erfolgt je nach Ausmaß der Oedemneigung eine Natriumrestriktion (Kochsalz < 3 g/Tag). Neben der Natriumrestriktion ist eine Bilanzierung der Flüssigkeit angezeigt, d.h. Trinkmenge ist gleich der Harnmenge des Vortages zuzüglich 0,5-0,75 Liter, evtl. Negativierung der Flüssigkeitsbilanz. Die Eiweißzufuhr ist erst bei zunehmender Einschränkung der glomerulären Filtrationsrate nötig, sonst liegt sie in Höhe der Empfehlungen für die Ernährung des Gesunden (0,8 g/kg KG/Tag).

<<< zurück