Indikationslexikon
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akute Glomerulonephritis

Es liegt eine akute Entzündung der Filterzellen der Niere vor. Auslöser ist meist eine Streptokokkeninfektion im Respirationstrakt oder aber an anderen Stellen des Körpers (Haut, Mittelohr). Die dadurch entstehenden Antigen-Antikörper-Komplexe lagern sich in den Kapillarwänden der Glomeruli ab und greifen die Filterzellen an. Es kommt 10 bis 14 Tage nach der Infektion zu Blutverfärbung, Trübung des Harns, Harnverminderung, Oedembildung, Bluthochdruck, Übelkeit und Abgeschlagenheit.

Ernährungstherapie

Empfohlen wird eine leichte Vollkost. Vorsorglich wird zu einer eiweiß- und natriumarmen Ernährung mit 0,4-0,6 g Protein/kg KG/Tag und < 3 g Kochsalz/Tag geraten. Die Energiezufuhr sollte ausreichend sein, um Eiweißkatabolismus zu vermeiden.

Bei Vorliegen von Hypertonie, Herzinsuffizienz und Oedemen ist neben der Natriumrestriktion eine Bilanzierung der Flüssigkeit notwendig, d.h. die maximal zulässige Trinkmenge ist gleich der Harnmenge des Vortages zuzüglich 0,5-0,75 Liter; bei Oedemen und Herzinsuffizienz ist eine negative Flüssigkeitsbilanz anzustreben.

Bei Hyperkaliämie ist eine kaliumarme Kost mit < 1,6 g Kalium pro Tag erforderlich.

Eine Eiweißrestriktion auf unter 25 g Protein/Tag mit zugleich kohlenhydratreicher, fettreicher, kaliumarmer und flüssigkeitsbilanzierter Kost ist bei Oligurie sowie bei der Retention harnpflichtiger Substanzen angezeigt.

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