Mukoviszidose
Die zystische Fibrose ist eine autosomal-rezessiv
erbliche Stoffwechselstörung mit einem genetischen Defekt am Chromosom
7. Der Gendefekt führt zu einer Störung des Salz- und Wassertransportes. Es kommt zu einer verminderten Sekretion von Wasser
sowie der Bildung und Abgabe eingedickter zähflüssiger Sekrete,
sodass es zu einer Obstruktion von Ausführungsgängen kommt.
Betroffen sind alle exokrinen Drüsen, besonders Lunge, Pankreas, Gallenwege
und die Schweißdrüsen der Haut.
Die Folge sind schwere Komplikationen im Bereich
der Atemwege, intestinale Maldigestion- und Malabsorptionssyndrome (Pankreasinsuffizienz)
sowie durch einen erhöhten Elektrolytgehalt des Sekrets von (Schweiß-)
Drüsen Flüssigkeits- und Elektrolytverluste. Aufgrund der erhöhten
Mangelernährung kommt es zu einer Schwächung der Immunabwehr
mit erhöhter Anfälligkeit für Infektionen, insbesondere
pulmonaler Infektionen.
Häufigkeit: regional unterschiedlich; in Europa ca. 1:2000 Neugeborene.
Ernährungstherapie
Die Ernährung ist neben der Physiotherapie und
der medikamentösen Behandlung eine gleichwertige Säule des Behandlungskonzepts
bei Mukoviszidose. Ziel ist es, frühzeitig der Entwicklung einer Mangelernährung
vorzubeugen. Sie richtet sich darauf, eine möglichst normale Ernährung
unter Pankreasenzymsubstitution zu ermöglichen. Dabei muss dem
erhöhten Bedarf an Energie und Nährstoffen sowie den Funktionseinschränkungen
der Bauchspeicheldrüse und des Dünndarms Rechnung getragen werden.
Die Gesamtkalorienzufuhr sollte das 1,2-1,5fache
des Normalbedarfs der Altersstufe betragen. 40 % der Energiezufuhr sollten
über Fette gedeckt werden. Dabei empfiehlt sich der Einsatz von MCT-Fetten,
da diese unabhängig von Pankreaslipase und Gallensäuren resorbiert
werden. Eine Fetteinschränkung auf unter 30 % der Energiezufuhr sollte
nur dann vorgenommen werden, wenn trotz ausreichender Pankreasenzymsubstitution
eine Fettgabe zu einer stärkeren Steatorrhoe
(> 40 g Fett/24 Stunden) führt. 3-5 % der Energiezufuhr sollten
in Form linolsäurereicher Pflanzenöle aufgenommen werden, um
den Bedarf an essenziellen Fettsäuren zu decken. Die erhöhte
Energiezufuhr kann durch eine Anreicherung der Nahrung mit Fett (Sahne,
Margarine bzw. Butter, Öle) oder amylasefrei verwertbaren Kohlenhydrate
(Maltodextrin, Zucker) gedeckt werden. Als Zwischenmahlzeiten sollten energiereiche
Milchshakes oder entsprechende Trinknahrungen bevorzugt werden.
Bei pankreasinsuffizienten Patienten mit Steatorrhoe
empfiehlt sich eine Supplementierung mit Taurin von täglich 30 mg/kg
KG, da durch die Unterbrechung des enterohepatischen Kreislauf Gallensäuren
konjugiert mit Taurin vermehrt mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Da die
Taurinsynthese beim Menschen begrenzt ist, werden die Gallensäuren
verstärkt mit Glyzin konjugiert, die jedoch eine verminderte Fähigkeit
zur Mizellenbildung und Emulgierung aufweisen.
Aufgrund des erhöhten Vitaminbedarfs auf die
zwei- bis dreifache Menge, besonders der fettlöslichen Vitamine, empfiehlt
sich die Gabe eines Multivitaminpräparates mit erforderlicher hoher
Dosierung.
Kommt es unter den genannten Maßnahmen nicht
zu einem verbesserten Ernährungsstatus, kann eine Sondenernährung
eingesetzt werden. In der Regel erfolgt diese nachts als Ergänzung
zur normalen Nahrungsaufnahme während des Tages.
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