Indikationslexikon
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Steatorrhoe
Synonym oder ebenfalls zugeordneter Begriff:
Fettstuhl

Besteht ein Missverhältnis zwischen der oralen Fettaufnahme und der Fettverdauung, wird Fett mit dem Stuhl ausgeschieden. Bei mehr als 7 g/d spricht man von Steatorrhoe. Verursacht wird der Fettstuhl durch Maldigestion, Malabsorption, gestörten enterozytärer Fettstoffwechsel, gestörten Lymphabfluss und Zöliakie.

Ernährungstherapie

Behandlungsziel ist die Stuhlfettausscheidung von unter 15-20 g/24 Stunden, wobei der Normwert bei unter 7 g/24 Stunden liegt. Angezeigt ist daher eine fettarme Kost mit einem Fettanteil von 15-25 % der Energiezufuhr (35-50 g Fett/Tag). Dabei sollten alle fettreichen Lebensmittel durch fettarme (fettarme Wurst- und Käsesorten, fettarme Milchprodukte etc.) ersetzt, Koch- und Streichfette sparsam verwendet, hocherhitzte Fette, Schlachtfette und Hartfette gemieden werden. Ist eine höhere Fettmenge zur Deckung des Energiebedarfs oder aus küchentechnischen Gründen erforderlich bzw. gewünscht, so werden Lebensmittel mit langkettigen (LCT-) Fettsäuren (übliche Nahrungsfette) reduziert und Streich- und Kochfette durch Fette mit mittelkettigen Fettsäuren, sog. MCT-Fette, ersetzt.

MCT werden im Vergleich zu LCT im Darmlumen schneller hydrolysiert und resorbiert, und zwar unabhängig von der Anwesenheit von Pankreaslipase und Gallensäuren. Die Passage durch die Schleimhaut des Darmes erfolgt ohne Reveresterung und ohne Chylomikronenbildung. Statt über das Lymphsystem werden sie über die Pfortader transportiert.

Der Ersatz von LCT-Fetten durch MCT-Fette muss schrittweise (10-20 g/Tag) erfolgen, da ansonsten mit abdominellen Schmerzen, Durchfall, Erbrechen und Kopfschmerzen zu rechnen ist. Tagesmengen von 100-150 g MCT werden toleriert. Empfohlen wird eine Aufnahme von 50-70 g MCT-Margarine und 20-30 g MCT-Öl. Bei längerfristigem Einsatz ist auf eine ausreichende Versorgung mit essentiellen Fettsäuren zu achten, da MCT-Margarine lediglich einen Linolsäureanteil von 3 % hat, MCT-Öl linolsäurefrei ist. Die Zufuhr essentieller Fettsäuren kann z.B. durch zusätzliche Gabe eines linolsäurereichen Pflanzenöl (10-15 g) sichergestellt werden.

Bei einer Steatorrhoe von über 20 g/Tag kann es zu einer negativen Calciumbilanz kommen, die durch den ausreichenden Verzehr fettarmer Milch und Milchprodukte bzw. Magermilcherzeugnissen ausgeglichen werden kann.

Folgene Produkte kommen bei dieser Indikation in Frage:

Nutricomp® Energy
Nutricomp® Energy Fibre
Nutricomp® Peptid
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