Indikationslexikon
0-9ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ
Reizkolon
Synonyme und ebenfalls zugeordnete Begriffe:
irritables Kolon
Reizdarm-Syndrom

Beim Reizkolon handelt es sich um eine Motilitätsstörung, die den gesamten Hohlraumbereich des Gastrointestinaltraktes betrifft. Es kommt zu wechselnden, unterschiedlich ausgeprägten abdominellen Schmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten mit Wechsel von Obstipation und Diarrhoe sowie Blähungen. Die Symptome werden durch Stress oder Nahrungsaufnahme ausgelöst. Sie gehen nicht selten mit anderen Beschwerden wie Migräne und Menstruationsbeschwerden einher. Eine anatomische Ursache kann nicht gefunden werden (funktionelle Störung).

Diagnosekriterien nach Thompson

1. Mindestens 3 Monate kontinuierlich oder wiederkehrend Bauchschmerzen

2. Mindestens 3 Monate lang bei mindestens 1/4 der Beschwerdesituationen 2 der folgenden Symptome:

Ernährungstherapie

ach Ausschluss organischer Ursachen können diätetische Maßnahmen die unterschiedlichen Beschwerden lindern. Generell sollen alle Lebensmittel gemieden werden, die die Symptomatik verstärken oder auslösen (in der Mehrzahl der Fälle sind dies bei irritablem Kolon Milch und Milchprodukte, Pilze, Weizenerzeugnisse, Eier, Kaffee, Schokolade, Nüsse, Zitrusfrüchte, Tee, Hafererzeugnisse). Auch Fructose und Sorbit in Früchten und Fruchtsäften sowie in industriellen Produkten können die Beschwerden auslösen.

Bei Vorliegen einer Obstipation, aber auch bei einer Diarrhoe, konnte die tägliche Gabe von Weizenkleie (20-30 g/Tag) die intestinale Motilität normalisieren.

<<< zurück