Indikationslexikon
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Ulcus ventriculi
Synonyme und ebenfalls zugeordnete Begriffe:
Magengeschwür
peptische Ulcuskrankheit
Ulcus duodeni
Zwölffingerdarmgeschwür

Beim Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni handelt es sich um Läsionen der Magen- bzw. Zwölffingerdarmwand, bei denen es nicht nur zu Defekten der Schleimhaut kommen kann, sondern tiefer liegende Muskelschichten und sogar der Bauchfellüberzug mit einbezogen sind. Die Geschwüre sitzen entweder an der kleinen Magenkurve oder am Magenausgang, im Magenpförtner oder im Anfangsteil des Zwölffingerdarms. Bei ca. 80 % der Patienten ist der Keim Helicobacter pylori nachweisbar, der die schützenden Schleimhautfaktoren (Bikarbonat- und Schleimproduktion, Durchblutung) schwächt. Zunahme der aggressiven Schleimhautfaktoren (Säure, Pepsin), Störungen der Magenentleerung, Rauchen, Sodbrennen und die Einnahme bestimmter Medikamente (nichtsteroidale Antiphlogistika), aber auch psychischer Stress begünstigen die Entstehung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren.

Ernährungstherapie

Behandlungsziel ist die Verringerung der Säure- und Pepsinsekretion. Kostgrundlage ist die leichte Vollkost, bei der Lebensmittel oder Speisen, die bei mehr als 5 % der Bevölkerung Unverträglichkeiten auslösen (Hülsenfrüchte, Gurkensalat, frittierte Speisen, Weißkohl etc), gemieden werden. Die Verwendung von ballaststoffreichen Lebensmitteln kann die Rezidivhäufigkeit eines Ulcus mindern. Bestimmte pflanzliche Gewürze wie Knoblauch, Paprika oder Meerrettich sollten gemieden werden. Auch ein hoher Kaffeekonsum kann die Ulcusentwicklung fördern. Alkoholische Getränke, insbesondere Wein, Bier und Sekt, stimulieren ebenfalls die Säure- und Pepsinsekretion.

5-6 kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt sind vorteilhafter als die üblichen drei großen. Nüchternperioden und damit der sogenannte Nüchternschmerz werden dadurch vermieden. Zur Vermeidung des nächtlichen Nüchternschmerzes empfiehlt sich eventuell eine späte Zwischenmahlzeit. Bei Gabe von H2-Rezeptor-Antagonisten zur Senkung der nächtlichen Säuresekretion sollte jedoch auf die zusätzliche Spätmahlzeit verzichtet werden, da diese den therapeutischen Effekt des Antagonisten verringert.

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