Indikationslexikon
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Erbrechen

Entleerung des Magens bei gastrointestinalen Erkrankungen, Vergiftungen, Infektionen, Entzündungen u.a.

Ernährungstherapie

Kommt es zu hohen Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten, werden diese durch eine flüssigkeitsreiche, natrium- und kaliumreiche Kost ersetzt. Ist eine orale Zufuhr nicht möglich, kann der Ausgleich über eine parenterale Ernährung erfolgen. Ansonsten wird nach Möglichkeit mit flüssig-pürierter Kost, Schleimnahrung oder industriell gefertigte Heilnahrung ernährt. Unverdauliche Kohlenhydrate wie Pektin aus Karotten, Äpfeln, Bananen und Johannisbrotkernmehl binden Wasser und hemmen das Wachstum pathogener Keime. Diese Kohlenhydrate können dem Erkrankten in Form von Karottensuppen, geriebenen Äpfeln, geschlagenen Bananen bzw. durch Zugabe von Johannisbrotkernmehl (20-40 g/Tag) in Wasser oder Tee über den Tag verteilt angeboten werden. Ein flüssigkeitsreiches Regime (> 3,5 l/Tag) ist in jeder Phase der Behandlung angezeigt.

Erbrechen im Säuglings- und Kleinkindalter kann unterschiedliche Ursachen haben. Bei Erbrechen aufgrund von Überfütterung ist ein Überschreiten der zulässigen Trinkmenge zu vermeiden. Erfolgt das Erbrechen durch Verschlucken größerer Luftmengen, kann eine Verkleinerung des Saugerloches Abhilfe schaffen. Bei habituellem Erbrechen hat sich das Andicken der Säuglingsmilchnahrung mit Johannisbrotkernmehl oder Trockenschleim bewährt. Die Vorfütterung vor jeder Flaschenmahlzeit mit Breien (Stärke, Trockenschleim, Johannisbrotkernmehl) kann ebenfalls Abhilfe schaffen. Spezialnahrungen zur Diätbehandlung bei Erbrechen und Spucken bei Säuglingen werden im Handel angeboten.

Tritt das Erbrechen infolge ernsthafter Erkrankungen auf (Infektionskrankheiten, Mittelohrentzündung, Hirnhautentzündung, Stoffwechselerkrankungen etc.), muss die Grunderkrankung behoben werden. Die diätetischen Maßnahmen richten sich nach der Erkrankung.

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